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Dr. Johannes Heuzeroth

Sonderpreis des Jahres 2022

Kausalität und Sprache im Geographieunterricht – Einflussfaktoren und Förderstrategien für das Entwickeln geographischer Kausalstrukturen im Rahmen des systemischen Denkens

Institut für Geographiedidaktik, Universität zu Köln

© Claudia FahlbuschDr. Johannes Heuzeroth (Sonderpreis): "Kausalität und Sprache im Geographieunterricht – Einflussfaktoren und Förderstrategien für das Entwickeln geographischer Kausalstrukturen im Rahmen des systemischen Denkens", Institut für Geographiedidaktik, Universität zu Köln
Copyright: Johannes Heuzeroth

In seiner Forschungsarbeit aus dem Bereich der Geographiedidaktik untersuchte Herr Dr. Heuzeroth eine der wichtigsten Funktionen von Sprache: ihre Verknüpfung mit Kausalität. Gerade diese Verbindung fördert und schafft geistige Strukturen, die es nicht nur Schüler*innen ermöglichen, Ursachen und Wirkungen von räumlich wirksamen, d.h. geographisch relevanten Prozessen, bewusst werden zu lassen, sie zu durchdringen und zu verstehen sowie diese Erkenntnisse dann auch in Handlungsprozesse umzusetzen.


Zentrales Ziel des Unterrichtsfaches Geographie ist die Vermittlung und Anbahnung raumbezogener Handlungskompetenz, auf der Grundlage des Verständnisses von komplexen Menschen-Umwelt-Systemen. Schüler*innen können dieses Denken in Beziehungen und Relationen oftmals weder komplex noch systemisch leisten. Wie die Relation zwischen Ursache und Wirkung inhaltlich und vor allem sprachlich definiert und welche Maßnahmen Schüler*innen unterstützen, diese zu konstruieren und zu versprachlichen, ist das Ziel der Forschungsarbeit. Auf Basis der Bestimmung der inhaltlichen und sprachliche Merkmale von geographischen Kausalbeziehungen, wurde nach den Ansätzen der kognitiven Linguistik, der Mehrsprachigkeitsdidaktik sowie der Metakognitionsforschung Förderstrategien entwickelt und deren Wirksamkeit auf von Schüler*innen entwickelten Kausalbeziehungen empirisch geprüft.
Sprachliche Scaffolds förderten zwar signifikant die Versprachlichung monokausaler Kausalbeziehungen und deren inhaltlich-sprachlich kohärente Entwicklung, hatten jedoch kaum einen Effekt auf die Entwicklung komplexer Kausalstrukturen. Die Nutzung mehrsprachlicher Ressourcen (Translanguaging) von Schüler*innen führte, im Rahmen mehrsprachiger, mündlicher Unterrichtssequenzen, zu einer erhöhten inhaltlich-sprachlichen Kohärenz entwickelter Kausalbeziehungen sowie zu einer erhöhten inhaltlichen (problembezogenen) Passung. Jedoch führte die Verwendung von Mehrsprachigkeit nicht zu einer Zunahme komplexer, multikausaler Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge. Die Wirkung von Metakognition, also die Bewusstheit um eigenes Wissen und Strategien zur Problemlösung, wurde im Rahmen des Einsatzes strategisch-sprachlicher Fördermaßnahmen geprüft und ergab, dass Metabewusstheit einen (starken) signifikanten Effekt auf die Entwicklung komplexer Kausalbeziehungen hat. Zugleich erhöhen metakognitive Methoden die thematische Passung sowie die inhaltlich-sprachliche Kohärenz versprachlichter Kausalbeziehungen.


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