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Dr. Gabriele Kühl

1. Preis des Jahres 2015

Phylogeny, palaeobiology, diversity, and evolutionary significance of Euarthropoda (excluding Trilobita) from the Lower Devonian Hunsrück Slate (Germany)

Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie der Universität Bonn

Dr. Gabriele KühlDr. Gabriele Kühl

Die Dissertation befasst sich mit fast allen Gruppen der Gliederfüßer (Arthropoda) aus der Unterdevonischen Konservatlagerstätte Hunsrückschiefer (Deutschland). Die Ergebnisse umfassen weitreichende Informationen zu Fragen der Evolution und Ökologie der Gliederfüßer (Arthropoda), aber auch zu der Bedeutung von Konservatlagerstätten für den Fossilbericht der Gliederfüßer. Fragen zum Prozess der Terrestrialisation der Chelicerata und Hexapoda wurden bearbeitet. Die Nachuntersuchung von Devonohexapodus bocksbergensis hat gezeigt, dass es keinen marinen Stammlinienvertreter der Hexapoda aus dem Hunsrükschiefer gibt, wie zuvor beschrieben wurde (Kühl and Rust 2009). Mit der Nachuntersuchung des Skorpions Palaeoscorpius devonicus wurde gezeigt, dass der unabhängige Landgang der Skorpione innerhalb der Cheliceraten fossil nicht anhand diess Fossils belegt ist (Kühl et al. 2012). Zudem waren Fragen bezüglich der Evolution der Gliederfüßer ein zentrales Thema. Die Beschreibung und Nachuntersuchung von Gliederfüßern aus dem Hunsrückschiefer, wie Captopodus poschmanni, Schinderhannes bartelsi und Mimetaster hexagonalis hat einen klaren Bezug zu Kambrischen Lagerstätten wie den kanadischen Burgess Shale und die chinesische Chengjiang Fauna gezeigt. Die Gliederfüßer aus diesen Fundstellen sind mehr als 100 Millionen Jahre älter als aus dem Hunsrückschiefer und einige der Baupläne galten als auf das Kambrium beschränkt (Kühl et al. 2008, Kühl et al. 2009, Kühl and Rust 2010, Kühl and Rust 2012).Durch die Bearbeitung der Asselspinnen (Pycnogonida) und Krebse (Crustacea) aus dem Hunsrückschiefer wurde gezeigt, dass die Diversität der Gliederfüßer viel höher ist als ursprünglich angenommen. Zusammenfassend wurde die Bedeutung der Fundstelle als einzige marine Lagerstätte für das Unterdevon verdeutlicht. Neue Fragen bzgl. der Evolution der Gliederfüßer, und deren Taphonomie sind zudem aus der Arbeit hervorgegangen und sollen in zukünftigen Projekten bearbeitet werden.


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